Familiengeschichte

Die Wurzeln

Meine Eltern stammten beide aus dem südwestlich von Dortmund gelegenen Dorf Groß-Barop - und meine Großeltern waren zeitweise sogar Nachbarn an der "Höhstraße", dem obersten Teil der heutigen Baroper Straße. Vor 100 Jahren gab es dort neben einigen Bauernhöfen, einem "Konsum" und einer Kneipe nur noch die engen Wohnungen der Bergarbeiter, die auf der nahen Zeche Dorstfeld "vor Kohle" malochten; auch meine Großväter Heinrich Junge und Wilhelm Kröger, beide Kommunisten, waren dabei. Heute sind die meisten Felder des Dorfes mit den Gebäuden der TU Dortmund zubetoniert und Bergarbeiter gibt es dort keine mehr.
Mein Vater Heinz Junge wurde 1914 geboren - als erstes von insgesamt vier Kindern. Nach der "Volksschule" lernte er Gärtner in Alfter bei Bonn - wo er zum Schrecken der Dörfler eine Zelle des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD) gründete. Damit hatte er seinen eigenen Lebensweg eingeschlagen, der vom Kampf gegen Krieg und Faschismus geprägt war. 1933 verschleppten ihn die Nazis ins KZ Esterwegen und später in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Mauthausen-Ebensee. Brechen konnten sie ihn nicht.

(Fortsetzung folgt.)